Warum Kita ab 1 Jahr zu früh ist: Ich rate davon ab
Beim ersten Kind macht man so einen Quatsch. Man meldet sein Kind bloß schnell für einen Kitaplatz an und denkt, das gehört sich so. Man hat Angst, dass man nicht zeitnah einen Platz bekommt. Schnell wieder an den Arbeitsplatz zurückkehren und du entsprichst der Norm. Was hinter den Kulissen passiert, sieht kaum jemand. Dass dein Kind dich schon bei der Eingliederung so ansieht, als ob es hier falsch wäre. Dein Kind kann weder richtig laufen, noch mit dir ein paar Worte wechseln. Es geht nur darum, dass dein Kind schaut, wo DU bist. Manche Eltern haben Bedenken, ihr Kind früh in die Kita zu schicken, da sie befürchten, dass dies die familiäre Bindung beeinträchtigen könnte.
Die anderen sind egal
Die anderen Kinder sind egal, die ErzieherInnen sind egal und auch das Spielzeug interessiert nicht wirklich. Wann geht es wieder nach Hause? So oder so ähnlich wird es einigen Mamas da draußen ergangen sein, die ihr Kind mit einem Jahr sofort in die Kita gegeben haben. Einige werden zusätzlich mit dem Stillen zu tun haben und sich fragen, wie sie das vereinbaren können, dass das Kind weiter gestillt wird und trotzdem im Kindergarten ist. Eltern, die ihr Kind mit 1 Jahr in die Kita geben, stehen oft vor der Herausforderung, das Kind an die Fremdbetreuung zu gewöhnen und Vertrauen durch regelmäßige Besuche bei anderen Bezugspersonen zu schaffen.
Bei meiner Nachbarin war es ähnlich
Sie gab ihr Kind früh um 6 Uhr als einer der ersten in die Fremdbetreuung, was einen Frühstart ins Kita-Leben bedeutete. Am Nachmittag kamen sie dann gemeinsam gegen halb fünf nach Hause. Am Abend und in der Nacht ging das Geschrei los und die Nacht wurde zu einem kleinen Albtraum.
Warum ist man mein ersten Kind nicht schon so mutig
Das würde vieles leichter machen. Aber in dieser Gesellschaft muss man erstmal lernen dazu zu stehen, wenn andere einen die Frage stellen: Hast du etwa noch keinen Kitaplatz oder warum ist dein Kleiner oder deine Kleine noch zu Hause?
Ich empfehle die Kinder erst ab knapp 2 Jahren in die Kita zu geben
Warum ich den Eltern nicht empfehlen würde, ihr Kind ab einem Jahr in die Kita zu geben. Prinzipiell ist es ja so, wenn man sich mal vor Augen führt, dass man das erste Jahr damit verbringt, sein Kind überhaupt erstmal aufzupäppeln, zu stillen, die ersten Bewegungen wahrzunehmen, die das Kind macht und man hat mit U-Untersuchungen zu tun. Der Kita-Start in diesem frühen Alter kann zwar frühkindliche Förderung und Chancengleichheit unterstützen, jedoch gibt es auch Bedenken hinsichtlich der emotionalen Bindung und der Qualität der Betreuung.
Das erste gemeinsame Jahr
Dein Kind hat im ersten Jahr verschiedene Entwicklungen durchgemacht, wie einen Schlafrhythmus finden, den ersten Brei essen, Muttermilch trinken und krabbeln. Du verbringst eine sehr intensive Zeit mit deinem Kind. Die Interaktion mit anderen Kindern spielt ebenfalls eine wichtige Rolle in dieser Entwicklungsphase.
Der nächste Schritt mit deinem Kind
Jetzt kann dein Kind sitzen und du schickst es mit einem Jahr in die Kita und verpasst ja überhaupt erst mal den nächsten Schritt, nämlich gemeinsam Bücher anschauen, ja viel miteinander sprechen. Nach den ersten 12 Monaten wird man mit seinem Kind unabhängiger, die Unternehmungen werden mehr und ihr könnt die Zeit gemeinsam genießen, die ersten Besuche auf dem Spielplatz. Teilweise ist diese Zeit nach der Berufstätigkeit ziemlich knapp. Der Haushalt wird geschmissen.
Selten werden Kinder vormittags hingelegt in der Kindergartenbetreuung oder Krippe, es gibt einen festeren Tagesablauf.
Im Grunde genommen empfehle ich, ein Kind erst mit knapp 2 Jahren in eine Fremdbetreuung zu geben. Vorher sind es eigentlich die Eltern, die eine Betreuung brauchen und nicht das Kind. Das Kind braucht normalerweise das Zuhause, eine liebevolle Umgebung, wo es sich ausprobieren kann. Ab dem zweiten Lebensjahr nehmen die Kinder andere Kinder schon wieder ganz anders wahr und sie treten auch mal wirklich in Aktion miteinander.
Arbeiten gehen und einen weiteren Beitrag leisten
Als Eltern möchte man, dass das Kind gesund und glücklich aufwächst. Doch gleichzeitig möchte man auch arbeiten gehen und seinen Beitrag zur Gesellschaft leisten. Allerdings sollte man sich bewusst sein, dass die Betreuung eines Kindes eine enorme Verantwortung und Herausforderung darstellt. Man sollte nicht leichtfertig entscheiden, das kranke Kind in die Kita zu schicken, nur um dem eigenen schlechten Gewissen gegenüber dem Arbeitgeber gerecht zu werden. Vielmehr sollte man sich die Zeit nehmen, sich um das Kind zu kümmern und ihm die nötige Zuwendung und Aufmerksamkeit zu schenken, wobei die Qualität der Betreuung eine entscheidende Rolle spielt. Auch wenn das schlechte Gewissen groß ist. Diese Zeit vergeht wie im Nu und du schaust zurück und bist glücklich, dass du dir diese Zeit genommen hast.
Kurz vor unserem Umzug sprach ich mit meiner Nachbarin
Sie gestand mir, dass sie nach ihrem ersten Kind noch gern ein zweites wollte. Es klappte leider nicht. Sie schaute mit einem schlechten Gewissen zurück. Sie wünschte, die Zeit zurückdrehen zu können und diese Zeit mit ihrem kleinen Sohn intensiver genutzt hätte. Stattdessen ist sie jeden Tag die Stunde zur Arbeit und die Stunde zurückgefahren und Vollzeit gearbeitet.
Viele Kinder ab 12 Monaten werden 8-10 Stunden fremdbetreut
Es ist wichtig zu erkennen, dass die frühkindliche Entwicklung eines Kindes von großer Bedeutung ist und dass eine umfassende Betreuung von Nöten ist. Ein früher Kita-Besuch kann dabei helfen, die sozialen Fähigkeiten und die psychische Gesundheit der Kinder zu fördern. Wenn man bedenkt, dass viele Kinder bereits im Alter von einem Jahr Vollzeit in der Kita betreut werden, kann das zu einer immensen Belastung für die Eltern und das Kind werden.
Auf die Bedürfnisse der Kinder achten
Es ist daher unerlässlich, dass Eltern die Bedürfnisse ihres Kindes ernst nehmen und sich bewusst machen, dass die Betreuung eines Kindes im Alter von einem Jahr eine Vollzeit-Aufgabe ist, die unter den besten Bedingungen erfolgen sollte.
Möchte man arbeiten gehen, aber gleichzeitig plagt einen das schlechte Gewissen, das Kind vielleicht mit Schnupfen oder Husten in die Kita zu schicken, wo es eigentlich nicht hingehört. Es fühlt sich richtig an, das Kind zu Hause zu behalten und sich als Mutter vollständig um es zu kümmern, ohne sich nebenbei noch im Home Office abzulenken. Man muss auch dem Arbeitgeber gegenüber realistisch sein und erkennen, dass das Großziehen eines Kindes eine enorme Aufgabe ist. Wer das nicht berücksichtigt, wird schnell scheitern und eine Menge Federn lassen.
Habt ihr ganz andere Erfahrungen gemacht? Ich freue mich auf eure Meinungen!
Eure Karo